Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann der Ernährungsstatus durch Krankheitsaktivität, Malabsorption oder reduzierte Nahrungsaufnahme beeinträchtigt sein – mitunter auch ohne erkennbare Veränderungen des Körpergewichts.1-3 Eine qualifizierte Ernährungstherapie kann ergänzend zur medikamentösen Behandlung eingesetzt werden, das Screening und Management ernährungsbezogener Defizite unterstützen und Patient:innen bei der alltagsgerechten Umsetzung ernährungsbezogener Maßnahmen begleiten.1-3
Eine einheitliche „CED-Diät“ wird von aktuellen Leitlinien nicht empfohlen; stattdessen sollte die Ernährung individuell an Krankheitsphase, Symptome, Lokalisation der Entzündung, Ernährungszustand und persönliche Verträglichkeit angepasst werden.1-3
Mangelernährungsrisiko
Schwerpunkt der Ernährungstherapie
Enterale Ernährung
Morbus Crohn
Erhöht, insbesondere bei Dünndarmbefall, Stenosen oder hoher entzündlicher Aktivität.1-3
Stärker defizit- und therapieorientiert; strukturierte Diagnostik und Monitoring von Mikronährstoffen können relevant sein.1-3
Zur Remissionsinduktion bei leicht bis mittelschwer aktivem Morbus Crohn evidenzbasiert einsetzbar. Bei Kindern und Jugendlichen gilt die exklusive enterale Ernährung als Erstlinientherapie. Bei Erwachsenen ist sie keine Standard-Erstlinientherapie, kann aber in ausgewählten Situationen eingesetzt werden – abhängig von Indikation, Therapieziel und Adhärenz.1-3
Colitis ulcerosa
Möglich, jedoch häufig weniger ausgeprägt als bei Morbus Crohn; das Risiko variiert mit Krankheitsaktivität und Nahrungsaufnahme.1-3
Stärker symptomorientiert und unterstützend; Sicherung des Ernährungsstatus und Berücksichtigung individueller Beschwerden stehen im Vordergrund.1-3
Als primäre Ernährungstherapie zur Remissionsinduktion nicht empfohlen. Ernährungstherapeutische Maßnahmen richten sich vor allem nach Symptomen, Ernährungsstatus und individuellem Bedarf.1-3
Abkürzungen und Referenzen
AWMF – Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; CED – chronisch-entzündliche Darmerkrankungen; CDED – Crohn’s Disease Exclusion Diet; ECCO – European Crohn’s and Colitis Organisation; ESPEN – European Society for Clinical Nutrition and Metabolism; MC – Morbus Crohn; CU – Colitis ulcerosa.
1. Bischoff SC, Bager P, Escher J, et al. ESPEN guideline on Clinical Nutrition in inflammatory bowel disease. Clinical Nutrition. 2023;42(3):352–379.
2. Bischoff SC, Blumenstein I, In der Smitten S, et al. S3-Leitlinie Klinische Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Aktuelle Ernährungsmedizin. 2025;50:80–114. DOI: 10.1055/a-2514-0359.
3. Svolos V, Gordon H, Lomer MCE, et al. European Crohn’s and Colitis Organisation consensus on dietary management of inflammatory bowel disease. Journal of Crohn’s and Colitis. 2025;19(9):jjaf122. DOI: 10.1093/ecco-jcc/jjaf122.
Diese Informationen richten sich ausschließlich an medizinische Fachkreise.
EXA/DE/GI/0803