Frühzeitige Diagnose als Basis einer optimalen Behandlungsstrategie

Diagnose

Es gibt keinen spezifischen Test für die Morbus-Crohn- oder Colitis-ulcerosa-Diagnose. Die Diagnose Colitis ulcerosa soll auf Basis einer Kombination von Anamnese, klinischer Untersuchung und typischen laborchemischen, sonografischen, endoskopischen und histologischen Befunden gestellt werden. Eine rasche Diagnosesicherung inklusive Ausdehnung und Schweregrad des Schubes ermöglicht eine optimale Behandlungsstrategie. Insbesondere bei Zweifeln an der Diagnose muss die endoskopische und histopathologische Bestätigung durch eine erneute Endoskopie mit Histologiegewinnung erfolgen. Bei einigen Patienten wird jedoch auch im Verlauf keine eindeutige Zuordnung zu Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn möglich sein. In diesen Fällen spricht man von der sog. unklassifizierbaren Kolitis bzw. einer Colitis indeterminata.1

Die colitisassoziierte Kolonkarzinommortalität kann durch eine endoskopische Überwachung gesenkt werden. Daher soll bei allen Colitis-ulcerosa-Patienten unabhängig von der Krankheitsaktivität eine Kontrollkoloskopie zur Erfassung des Befallsmusters und Festlegung der weiteren Überwachungsstrategie spätestens acht Jahre nach der Erstmanifestation erfolgen.1

Klinisches Bild

Die in Schüben verlaufende chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa betrifft – bis auf die Sonderform Backwash-Ileitis – ausschließlich den Dickdarm.2

  • Die Symptome hängen von der Ausbreitung und der Schwere der Erkrankung ab.6
    Es können u.a. folgende Symptome auftreten:4

    • Diarrhö (oft mit Blut oder Schleim)
    • Abdominale Schmerzen und Krämpfe
    • Rektale Schmerzen
    • Rektale Blutungen (Abgang geringer Blutmengen mit dem Stuhl)
    • Stuhldrang
    • Unfähigkeit zur Defäkation trotz Stuhldrang
    • Gewichtsverlust
    • Fatigue
    • Fieber

     

  • Starke Blutungen, toxisches Megakolon sowie Perforationen sind gefürchtete Komplikationen der schweren Colitis ulcerosa, die ggf. eine chirurgische Intervention erfordern.1

Zudem sind extraintestinale Begleiterkrankungen wie Gallen- und Nierensteine sowie nicht krankheitsspezifische Komplikationen wie Osteoporose und thromboembolische Komplikationen möglich.1


Zuletzt aktualisiert: 12.04.2018