Befallsmuster von zentraler Bedeutung für die Wahl der geeigneten Therapie

Klassifikation

Lokalisation und Ausbreitung des Morbus Crohn haben einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der Therapie – ob topische und/oder systemisch wirkende Medikamente zum Einsatz kommen. Für die Einteilung der Darmentzündung eignet sich die Montreal-Klassifikation, die auch das Alter bei Diagnosestellung mit einbezieht.1

Krankheitsaktivität


Die Krankheitsaktivität bei Morbus Crohn wird in klinischen Studien meist anhand des Crohn´s Disease Activity Index (CDAI) beurteilt, der für den klinischen Alltag jedoch sehr aufwendig ist. Praktikabler ist der relativ einfache Harvey-Bradshaw-Index (HBI).12

Entsprechend dem ECCO-Konsensus erfolgt die Einteilung der Erkrankungsaktivität in drei Stufen1,13:

  • Leicht: gehfähige Patienten, die eine orale Nahrungsaufnahme tolerieren; keine Dehydratation, keine systemische Beteiligung, keine abdominalen Schmerzen, keine Raumforderung oder Ileus, < 10 % Gewichtsverlust; C-reaktives Protein (CRP) meist erhöht; entspricht CDAI 150 – 220

  • Mittelschwer: intermittierendes Erbrechen, Gewichtsverlust von > 10 %, fehlendes Ansprechen auf medikamentöse Behandlung eines leichten Morbus Crohn oder schmerzhafte Raumforderung, kein Ileus; CRP erhöht; entspricht CDAI 220 – 450

  • Schwer: Kachexie mit Body-Mass-Index < 18 oder Ileus oder Abszess, anhaltende Symptome trotz intensiver Behandlung; CRP erhöht; entspricht CDAI > 450

Klinische Remission: asymptomatisch, ohne Zeichen einer aktiven Entzündung, einschließlich Patienten, die auf eine medikamentöse oder operative Therapie ohne Hinweis für Erkrankungsrestaktivität angesprochen haben; entspricht CDAI < 1501,13


Zuletzt aktualisiert: 12.04.2018