Entwicklung und Fortbildung der IBD Nurse

Eine international standardisierte Ausbildung für MFA – ist das möglich?

Die Entwicklung einer standardisierten Ausbildung für medizinische Fachassistenzen (MFA) der CED, dies hat sich die European Crohn‘s and Colitis Organization (ECCO) im Jahre 2017 zum Ziel gesetzt. Über den Erfolg wurde auf dem N-ECCO 2020 berichtet. Das Konzept der europaweit vereinheitlichten 6-monatigen Ausbildung beinhaltet Präsenzveranstaltungen, eLearnings und Hospitationen.
 

Hauptziel der Ausbildung: Die Stärkung der Rolle und eine Erweiterung des Aufgabenspektrums der MFA. Wie dies in der Praxis umgesetzt wurde, haben sich die Teilnehmerinnen auf dem N-ECCO durch die Referenten erklären lassen und im Anschluss diskutiert.

Das Pilot-Projekt in Italien: Insgesamt 25 MFA nahmen an der Auftaktveranstaltung in Mailand teil. Lediglich 16 der Teilnehmer schlossen jedoch in diesem ersten Pilot-Durchlauf die Ausbildung ab. Als Hauptgründe für die hohe Abbrecherquote nannten die Auszubildenden sprachliche Barrieren und einen hohen Schwierigkeitsgrad der eLearnings. Ein weiteres Hindernis sei zudem die Finanzierung, da viele Teilnehmerinnen die Ausbildungskosten selbst tragen und zudem auch Urlaubstage für Präsenzveranstaltungen und Hospitationen bei ihrem Arbeitgeber einreichen müssen. Trotzdem berichteten viele Teilnehmer positiv von der Ausbildung. Inhalte wie

  • Patientenkommunikation

  • Ablauf-Koordination

  • Anamneseerhebung

  • Medikamenten-Überwachung

  • u.v.m.

halfen den Teilnehmern ihre eigenen Kompetenzen und auch die ihrer Praxis zu erweitern. Durch so eine standardisierte Ausbildung, so der Referent, werde in vielen Ländern die Qualität der Ausbildung der MFA stark angehoben. So berichteten einige Kongressteilnehmer aus afrikanischen und südamerikanischen Ländern, dass in Ihren Heimatländern die MFA aktuell lediglich die Patientenannahme übernehmen dürfen.

Fortbildungsmöglichkeiten in Deutschland – wo stehen wir?

Hier wurden auch den deutschen N-ECCO Teilnehmerinnen starke Unterschiede zwischen den Ausbildungsstandards der Länder und vor allem auch im Vergleich zur eigenen Situation deutlich. „Da wurde mir bewusst, dass wir in Deutschland schon vergleichsweise viele Möglichkeiten haben.“, so eine der deutschen N-ECCO Teilnehmerinnen.

 

 

In Deutschland werden viele Fortbildungsmöglichkeiten, wie z.B. die Fachassistenz im Basis- und Aufbaukurs, die „Versorgungsassistenz CED“ oder die Veranstaltung „MFA im Dialog“ bereits standardmäßig für MFA angeboten. Die Studie „Bio-Assist“ zielt sogar auf die Entwicklung der MFA als primären Ansprechpartner für Patienten unter Biologika-Therapie ab. Die Studie erforscht aktuell den Einfluss einer spezialisierten CED-Fachassistenz „Bio-Assist“ als Gesprächspartner im Rahmen der CED-Therapie. In aktuellen, ersten Ergebnissen der Studie konnten sogar bereits positive Auswirkungen des Programms auf den Therapieerfolg gezeigt werden. Weitere Informationen zu „Bio-Assist“ und Fortbildungsmöglichkeiten für MFA finden Sie auf der Website des Kompetenznetz Darmerkrankungen oder der Fachgesellschaft für Assistenzpersonal. 

 

Fazit: Fort- und Weiterbildungen haben auch bei MFA einen hohen Stellenwert. Deutschland bietet bereits viele Möglichkeiten, Kompetenzen und Aufgabenbereiche der MFA auszubauen. Nicht nur für die MFA, sondern auch für Praxen, Kliniken und die Patienten, stellen diese Möglichkeiten wichtige Komponenten der erfolgreichen Therapie dar.

Zuletzt aktualisiert: 08.06.2020